Donnerstag, 2. Dezember 2010

Der Besuch rückt näher und so plane ich für die nächsten Wochen, was wir wann am besten machen. Ich habe auch für den gesamten nächsten Monate Anfragen an Unterkünfte verschickt und dachte, dass ich damit gut in der Zeit liege. Die Neuseeländer machen eigentlich alles eher spontan und wenn man am Abend etwas zum Schlafen sucht, geht man eigentlich einfach zu einem Hostel und erfragt einen Schlafplatz. Das hat sich jetzt allerdings schlagartig geändert. Mit dem Dezember beginnt die Saison und somit habe ich bereits von einigen Unterkünften Absagen bekommen. Ich hoffe, das passiert mir nicht mit all zu vielen, denn sonst gerät mein ausgeklügelter Plan ins Wanken. Aber wird schon, gibt ja überall genug Angebote zum Übernachten.
Die Arbeit auf den Weingütern wurde auch immer mal unterbrochen, da es nicht immer genügend zu tun gab. Andrew, der Herbergsleiter hat seine Kontakte spielen lassen und so haben wir zweimal für steinreiche Neuseeländer gearbeitet. Bei der einen Familie haben wir das Haus, aus dem sie gerade auszog, geputzt. Schick war das, mit großem Garten und unzähligen Badezimmern. Und bei einem Stundenlohn von 14 Euro bar auf die Hand lässt man sich das auch gerne gefallen. Das andere Mal waren wir bei einem älteren Pärchen mit riesigem Anwesen. Die Frau hatte vor der Rente Blumen angebaut und verkauft. Nun machen die alten Herrschaften Ordnung bei sich und sie wollten, dass wir ein altes Gewächshaus ausräumen und abbauen. Die Bonds, so hießen die beiden, mochten uns sehr und gaben uns dann auch gleich noch für den nächsten Tag Arbeit im Garten. Rindenmulch über die Beete streuen. Sehr gerne. Denn alles ist besser als um Weinpflanzen herumzurobben. Mittlerweile gibt es dann aber doch wieder Arbeit auf einem Weingut. Dieses Mal haben wir Glück und wir haben sowohl einen freundlichen Chef, der tatkräftige mit anfasst als auch eine angenehme Arbeit: Wir ziehen Drähte an den Pflanzen hoch, damit sie daran hochwachsen können. Das ist wohl die beste Aufgabe, die man dort bekommen kann. Montag geht's nochmal hin und dann war's das auch schon mit der Arbeit. Am Donnerstag werde ich dann von der Südinsel zurück nach Auckland fliegen und den lieben Besuch empfangen. Und dann geht es so richtig los.

Den ersten Advent habe ich mal ganz anders als sonst verbracht. Ich schmierte mich dick mit Sonnenmilch ein und ging mit Fruzsi und Simon sowie den zwei Dresdnern Wilma und Marcus bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen zur Weinverkostung. Den Abend haben wir dann am Grill ausklingen lassen. Im Fernsehen habe ich dann kurz darauf das Kontrastprogramm gesehen: Aufnahmen aus Deutschland. Dichtes Schneegestöber und verschneite Straßen verbunden mit der Botschaft, dass die Flugzeuge und auch der restliche Verkehr durch die Witterung stark behindert wurden. Tja, was soll ich sagen... Ätsch.

1 Kommentar:

  1. Gib doch einfach zu, dass du auch gern ein bisschen Schnee hättest. Dauer-Sonnenschein kann doch kein Mensch ertragen ... ;)

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