Nach den Tagen der Stille folgt wieder ein Bericht aus Wellington. Die Arbeitssuche hier bleibt vergebens und so werden wir wohl tatsächlich am Sonnabend die Fähre zur Südinsel nehmen, und dort unser Glück zu versuchen. Ich denke da an Weinanbaugebiete. Da sollte es ganz gut aussehen. Der Plan wäre dann, etwa vier Wochen zu arbeiten. Und dann kommt ja auch schon der erste Besuch. Freude!
Die letzten Tage in Wellington haben wir dann mal verstärkt Dinge gemacht, die Freude brachten. Wir sind durch die Botanischen Gärten gewandelt und mit einer alten Seilbahn wieder runter ins Stadtzentrum gefahren, wie waren im Viertel, wo sich die Filmstudios befinden und die Vorbereitungen für die Verfilmung vom Hobbit auf Hochtouren laufen, auf dem Mount Victoria, von dem man einen schönen Blick auf die Stadt und das Meer hat und heute nun haben wir einen Ausflug in die Vororte gemacht. Auch hier gab es wieder Drehorte vom Herrn der Ringe zu sehen. Herauszuheben ist hier das Bruchtal, wo die Elben wohnen. Ein idyllisches Tal mit viel Wald und einem kleinen Bach, der sich seinen Weg durchs Dickicht bahnt. Sehr friedlich, das Ganze. Wellington kann also doch schön sein.
Die Studenten im Wohnheim verabschieden sich nach und nach in die Sommerferien. Ein wenig seltsam, denn es ist ja November und eigentlich bin ich nun anderes Wetter gewöhnt. Doch der Sommer kommt, die immer stärker werdende Sonne und recht hohe Anzahl an himmelblauen Tagen nimmt zu. Umso absurder kommen die Weihnachtsmänner im dicken Mantel umgeben von verschneiten Landschaften daher, die aus den Schaufenstern der Kaufhäuser winken. Es gibt Schokoladenweihnachtsmänner im Supermarkt zu kaufen, Adventskalender und Rocher zum Wucherpreis. Auch hier geht – zumindest für die Wirtschaft – Weihnachten los. Das Gefühl dazu wird dieses Jahr wohl eher schwer aufkommen. Wenn man in kurzen Hosen am Strand liegt und und fett mit Sonnenmilch eingecremt ist, könnten Stolle und Lichterbogen wohl nicht ferner sein. Für dieses Jahr soll das in Ordnung sein. Aber Omas Plätzchen möchte ich mir dann im nächsten Jahr nicht noch einmal entgehen lassen, das weiß ich sicher. Von diesem weihnachtlichen Exkurs noch einmal zurück zu den Studenten, diesem Pack. Sie haben am Freitag all ihre Prüfungen hinter sich gebracht. Das muss gefeiert werden, das ist klar. Aber die neuseeländische Art zu feiern bedeutet auch, am nächsten Tag faustgroße Löcher in der Wand zwischen den zwei Badezimmern vorzufinden. Man könnte das Loch gut zur Kommunikation während des Stuhlgangs benutzen, aber unterm Strich ist es doch eher lästig als Nutzen bringend. Außerdem bleibt auch die Küche von den Suff-Randalen nicht verschont. Ein paar Mädels haben offenbar roten Saft durch die Gegend geworfen und damit die Küche aussehen lassen, als hätte man dort ein Schwein geschlachtet. Es klebte arg. Die Wohnheimverwalterin ist eine Studentin und kann auch nicht mehr als ermahnen und klarzustellen, dass alle Studenten des betreffenden Stockwerkes einen Teil ihrer Kaution nicht ausgezahlt bekommen werden, da davon der Schaden behoben werden soll. Eine Autoritätsperson ist sie aber auch nicht. Da lobe ich mir unsere Erfurter Wohnheimfürstin. Fest angestellt beim Studentenwerk und vom Alter eher zur Elterngeneration gehörend. Sie kann die Studenten vorzüglich zur Sau machen, wenn diese das Wohnheim allzu sehr runterwirtschaften und steht sofort auf der Matte, wenn was nicht stimmt. Ergebnis: ein sauberes Wohnheim mit Wänden im ganzen Stück. Herrlich.
Morgen soll’s in Wellington ein großes Feuerwerk geben. Der 5. November. Ich nehme an, auch hier wird die Guy-Fawkes-Nacht gefeiert und dem gleichnamigen Herrn gedacht, der versucht hat das Londoner Parlamentsgebäude in die Luft zu jagen. Ich mag Feuerwerk und so trifft es sich gut, dass wir erst am Sonnabend weiterziehen. Shalom.
remember, remember the fifth of november!!!
AntwortenLöschenUND BRUCHTAL, verdammt noch eins!!!- wo sind die Fotos???
Dann lass uns mal wissen, ob das Feuerwerk das vom Krämerbrückenfest übertreffen kann! ;)
AntwortenLöschen(OT [Zitat erkannt!]: Du bist Arwen, nachdem sie Frodo über den Fluss gerettet hat ... jahaa, siehste mal)
// drei vom rhein - rote flecken //
AntwortenLöschen[...]
rote flecken überall
und ich hatte wirklich keine andere wahl.
was redest du, das wär' nicht schlimm?!
das halbe inventar ist hin
matratze, laken voll verschmiert
wär dir das noch nicht passiert.
teppich war total besudelt
mit dem saft aus deinem bauch.
tischtuch in der reinigung
wände streichen musst' ich auch.
was vorher weiß war wurde rot
wie krieg ich das nur jemals wieder raus
noch immer sind die flecken da
als ob das alles wirklich gestern war.