Gestern war der australische Nationalfeiertag, der an die britische Ankunft erinnert. Die Leute liefen mit Flaggen auf T-Shirts, Hosen, Bikinis und nackter Haut umher. Allerorts wurde gegrillt, getrunken und gelacht. Ich habe mir gestern einen roten Motorroller ausgeliehen. Rosinante war sehr schick anzusehen und trug mich bereitwillig über die Insel. Ich hatte großen Spaß am Herumgondeln und bin daher auch jede Nebenstraße abgefahren, die sich mir auftat. Da Magnetic Island oder Maggie, wie sie von den Australiern genannt wird, recht klein ist und zur Hälfte aus nicht befahrbarem Nationalpark besteht, war die Strecke sehr eingeschränkt. Das war aber auch nicht weiter schlimm, ich bin einfach systematisch alle Wohnsiedlungen abgefahren. Streckenweise führte die Straße auch über Anhöhen, wovon man einen wunderschönen Blick über Land und Meer hatte. Dabei ein frischer Fahrtwind um die Nase an einem sonst sehr heißen Tag. Und bei 30 bis 40 Kilometern pro Stunde war das ganze doch sehr gemütlich. In „Sonnenallee“ heißt es so treffend: Und das Land kam ihnen endlos vor. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass ihr Moped so langsam war. Die zwei Eiscafés, die es auf der Insel gab, habe ich selbstverständlich getestet und ernenne die original italienische Gelateria zum Sieger. Sehr lecker, wirklich wahr.
Gegen fünf kehrte ich dann ins Hostel zurück, wo bereits Australien ausgiebig bepartiet wurde. Ufte-ufte überall. Beim Abendessen traf ich auf einen Schweden, mit dem ich mich gut unterhalten habe, bis ein schwedisches Mädchen auf unseren Tisch zuschwankte, sich auf die Bank neben uns fallen ließ und anfing zu erzählen, dass sie gerade beim Wettbewerb „Wer schafft den meisten Sekt in einer Stunde“ gewonnen habe und daraufhin erst einmal die Kloschüssel umarmte. Sie war geschwätzig und erzählte weiter, wie sie an das Geld für ihre Reise durch Australien gekommen sei. Sie hat Schafe in Norwegen geschlachtet und ihre Freundin dahinten habe mit einer Art Staubsauger die Därme der Tiere entleert. Satte 7000 Euro hat sie, die gelernte Krankenschwester, damit innerhalb von acht Wochen verdient. Wenn Kommunikationswissenschaft und Medienpädagogik also keine Stellen zu vergeben haben… ich schreib ‘ne Postkarte aus Norwegen. Skurrile Bekanntschaften sind hier an der Tagesordnung.
Heute habe ich den Großteil des Tages im Bus nach Cairns verbracht. Auf dem Weg dorthin haben wir auf einer Krokodilfarm Halt gemacht. Dort wurde mir ein kleiner Alligator in die Hand gedrückt und ein Kakadu auf die Schulter gesetzt. Das Bild folgt. Die Schlange wollte ich mir dann allerdings nicht um den Hals hängen lassen. Das is mir nüscht. Bei der Führung durch den Park, habe ich gesehen, wie hundertjährige, riesengroße Krokodile gefüttert wurden. Also ich bin ja mehr so für Fell. Deswegen war’s schön, als ich dann Dingos und Zwergkängurus streicheln und füttern konnte.
Morgen habe ich einen Tag lang Zeit, mir Cairns anzusehen. Bei den tropischen Temperaturen allerdings werde ich früher oder später wieder in einem Eiscafé versacken. Da bin ich sicher.
schöne bilder! vor allem die hüpfetiere und das grüne krokodil!
AntwortenLöschenund wer ist eigentlich der blonde indianer? ^^
meine oma hat auch schon gesagt, ich seh aus wie ein indianer. klasse. :-P
AntwortenLöschenui! für mein dafürhalten ist der mann zunächst mal unrasiert. gijko und pierre hatten immer glatte haut, also bringt mal die indianergilde hier nicht in verruf!
AntwortenLöschenansonsten passt der roller prima zum shirt. und die tierchen sind ja alle recht possierlich, allein die leipziger schielbeutelratte rangiert dieser tage bei mir vor den pelzigen bewohnern australien und ozeaniens.
cheerio.
heath
haha schielbeutelratte...doofes ding.
AntwortenLöschengut siehst du aus...meine kollegin tagträumte (naja, es ist schon 23.06. uhr) im büro gerade von sydney und nacht und licht und so...und du hattest es - so isses im leben:)
liebste grüße