Dienstag, 5. Oktober 2010

Die Karawane zieht weiter

Nun bin ich wieder raus aus der Großstadt und rein ins Land gefahren. Ich befinde mich in Thames, einem Städtchen auf der Coromandel Halbinsel und werde für die nächsten Tagen den Teil des Landes bestaunen, wo auch die Neuseeländer gerne Urlaub machen. Hier soll's die schönsten Strände geben. Nun, ich werde es überprüfen. Der bereits erwähnte Hot Water Beach, wo das warme Wasser aus dem Sand fließt, bringt wohl am Ende doch keine solche große Entspannung. Wir haben uns vor ein paar Tagen an einem wunderschönen Strand an der Westküste mit einem Kiwi unterhalten, der meinte, er setze ich gerne an den Hot Water Beach, die Touristen dabei zu beobachten, wie sie sich fast um einen Platz in der warmen Brühe prügeln. Es ist nämlich so: Der Flecken, wo man tatsächlich auch auf warmes Wasser stößt, ist recht klein und wird nur bei Ebbe vom Meer freigegeben und das auch nur für kurze Zeit. Ergo: Nimm dein Handtuch mit und wirf es auf den erstbesten freien Sandflecken, den du bekommen kannst. Reserviert ist reserviert. Weggegangen - Platz gefangen. Wer zu erst kommt, mahl zuerst. So.
Morgen ist Wandern angesetzt. Es soll zu einem 6-Stunden-Marsch in die Berge gehen, der letztendlich zum höchsten Punkt der Halbinsel führt und einen imposanten Ausblick verspricht. Mal sehen, was der Wetterbericht für morgen sagt.
Eine kurze Begebenheit aus Auckland soll hier noch schnell Berücksichtigung finden, bevor die Bibliothek in Thames schließt und sich das kostenlose Internet verabschiedet: Vor ein paar Tagen waren wir noch einmal auf dem schönen Mount Eden, dem alten Vulkan und sind in den Trichter reingeklettert. Ist mittlerweile einfach nur ein grasbewachsener Kegel. Unten in der Mitte lagen ein paar kopfgroße Steine. Daneben spielte sich folgende Szene ab: Eine Gruppe pakistanisch anmutender junger Leute teilte sich auf. Die Damen filmten und und fotografierten, zwei Männer nahmen jeweils einen Stein und ein dritter legte sich hin. Mit größter Freude stellten sie dann eine Steinigung dar. Manchmal bedarf es eben nur einfachster Mittel um ein Stück Heimat ans andere Ende der Welt zu bringen.
Bis die Tage!

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