Freitag, 22. Oktober 2010

Ein begeistertes guten Abend aus dem Tongariro Nationalpark. Strahlend blaue Seen gesäumt von schneebedeckten Bergen. Ein weiterer Flecken Neuseeland, der den Mund offen stehen lässt. Im Herrn der Ringe war Tangariro Mordor und einer der hohen Berge der Schicksalsberg. Morgen werden wir den Gebirgszug durchqueren. Auf einem etwa 20 Kilometer langen Wanderweg erleben wir dann den angeblich schönsten EIntagesmarsch, den Neuseeland zu bieten hat. Gutes Schuhwerk und warme Kleidung müssen mitgebracht werden. Und die Gewissheit, dass der Gang über Stock und Stein kein Spaziergang ist, sondern durchaus eine Herausforderung darstellt. Nichtsdestotrotz, der so hochgelobte Weg will gegangen sein und so werden wir morgen früh beizeiten aufstehen, um genug Zeit zu haben. Die Brote sind geschmiert; Wasser, Süßigkeiten und Obst liegen im Rucksack bereit.
In den letzten Tagen haben wir Drei eine beachtliche Strecke zurückgelegt. Nach dem denkwürdigen Bootsausflug zur Vulkaninsel sind wir von Whakatane die Ostküste hinuntergefahren und haben dabei am östlichsten Punkt halt gemacht, den die Erde zu bieten hat. Dort beginnt der neue Tag als erstes, wenn die Sonnenstrahlen den Leuchtturm am neuseeländischen Ostkapp erreichen. Nur wenige 100 Kilometer weiter östlich zieht sich dann bereits die Datumsgrenze durch den Ozean. Weiter ging es dann nach Napier, einer kleinen Stadt an der Ostküste, die in den 30ern von einem Erdbeben dermaßen erschüttert wurde, dass viele der Gebäude einstürzten. Daraufhin entstand eine beachtliche Ansammlung von Bauten im damals modernen Art déco Stil. Die Stadt kokettiert dann auch sehr damit und organisiert regelmäßig Veranstaltungen, welche die 20er und 30er Jahre wieder aufleben lassen. Dann spielen Swingbands in der Stadt, alte Autos fahren herum und die Reichen und Schönen kommen in passender Garderobe. Absolut mein Geschmack. Von dort aus ging es dann weiter zum Lake Taupo. Der riesengroße See im Zentrum der Nordinsel bedeckt einen Vulkan und bildet den Anfang des Waikato Rivers, den wir heute ein Stück entlang gegangen sind. Die Wassermassen werden nicht weit von dem großen See durch eine Talsperre aufgehalten. Aller zwei Stunden öffnen sich die häusergroßen Tore und fluten das dahinter liegende Tal. Filmreif, wenn man sich das so anschaut. Der Weg wird in den weiteren Tagen immer weiter Richtung Süden führen, bis schließlich Wellington erreicht ist. Ich bin gespannt, was die Hauptstadt so zu bieten hat.
Haere ra!

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