Montag, 11. Oktober 2010

Die Tour um die Halbinsel Coromandel ist beendet. Schön wars dort. Gestern waren wir an den wohl schönsten Stränden in Neuseeland. Der eine, Cathedral Cove, war ganz und gar malerisch mit seinem weißen Sand, seinem kristallklaren Wasser und dem Felsen mit Loch zum durchgehen. Später sind wir dann endlich mit unseren Spaten, die wir im Hostel ausleihen konnten, zum Hot Water Beach gezogen. Glücklicherweise waren wir zur rechten Zeit da, sodass wir einen guten Platz zum Buddeln bekamen. Das Meer hatte sich wegen der Ebbe zurückgezogen und die warmen Stellen freigegeben. Wir gründeten also gemeinsam mit einer Österreicherin und einem Chilenen eine Lochgrabegemeinschaft. Bereits nach wenigen Zentimetern emsigen Grabens sickerte heißes Meereswasser nach oben und wir konnten es uns im selbst angelegten Pool gemütlich machen. Herrlich. Wir sind tatsächlich bis an die drei Stunden in diesem Loch sitzen geblieben, haben uns unterhalten und uns ab und zu im Pazifik abgekühlt. Das vulkanische Gestein unter dem Strandabschnitt ist noch dermaßen heiß, dass es das es das Wasser erhitzt. Und das nicht nur ein bisschen. Man kann sich dort richtig verbrühen, wenn man nicht aufpasst. Professionelle Lochgräber bauen sich daher eine Art Kanalsystem aus heißem und kalten Wasser, das sie durch ihre Gruben fließen lassen. Nun gut, beim nächsten Mal. Vom Nachbarloch, wo zwei Ehepaare saßen, sprach man uns auf deutsch an und fragte, wo wir denn herkämen. Ich sagte Leipzig, wie ich es immer gern tue. Darauf die Frau: "In Leipzisch war'n wir auch vor Kurzem, ge." Darauf ich zielischer: "Und Sie kommen aus Thüringen." Treffer, versenkt. Die Frau und ihr Mann kamen aus Sömmerda und leben bereits seit zwölf Jahren in Neuseeland. Beide wetteiferten dann gleich darum, mir Tipps zu geben, was ich alles unbedingt sehen muss. Sehr nett. Sowas hat man hier sehr oft. Auch mit der Österreicherin und dem Chilenen. Kleine Einblicke in völlig fremde Leben, deren Verlauf sich vor einen kurzen Moment mit dem eigenen kreut, um dann wieder in eine andere Richtung fortzuziehen. Auf längere Sicht würde mir das zu oberflächlich werden, aber für das Jetzt und Hier ist es gut. Am Abend gab's dann in unserer Unterkunft gleich die nächsten Bekanntschaften mit zwei Niederländerinnen, einem Briten und einem Italiener, mit denen wir gemeinsam Pizza essen gingen. Es ist höchst wahrscheinlich, dass man sich hier an einem völlig anderen Ort wieder über den Weg läuft. So geht das hier öfter. Die Autoverkäuferin meinte, Neuseeland sei ein Dorf. So ist es wohl auch. Leute, die wir in Auckland in einem der Hostels getroffen haben, sehen wir auch hier mehrere Stunden von der Großsstadt immer wieder.
Mittlerweile haben wir die Halbinsel verlassen und sind nun in Hamilton, einer größeren Stadt südlich von Auckland ohne viel Charakter. Aber etwas gibt es hier, das mich begeistert. Einen Käsekuchenladen. Ein kleines G'schäfterl gefüllt mit den verschiedensten Käsekuchen. Selbstverständlich sind wir nicht dran vorbeigegangen, ohne uns einen Nachtisch fürs Abendbrot zu besorgen: einen halben Kuchen mit einer Waldbeerensoße. Mein lieber Mitbewohner daheim würde sagen: "Als ob einem ein Engel auf die Zunge pullert." So ist das wohl. Morgen wird's dann wahrscheinlich nach Raglan gehen, einem kleinen Ort an der Westküste, der vor allem Surfen wegen des hohen Wellengangs anzieht.
Und nun trink ich mein Glas Rotwein weiter und ess noch ein Stück Kuchen. Mmmmmh.

2 Kommentare:

  1. Das ist ja alles sehr erfreulich, aber nun sag mal, mein lieber Hanswurst: Wer sind eigentlich WIR?

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  2. WIR sind die zwei Baden-Württemberger und ich. Die Beiden hab ich im ersten Hostel in Auckland kennen gelernt und bisher war unser Reiseweg der gleiche.

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